Vortragsreihe des Interreligiösen Arbeitskreises zu Gast in DA-Nord
Zum ersten Mal hat in einer Darmstädter Gemeinde der Neuapostolischen Kirche ein Pastor einer anderen christlichen Konfession eine Ansprache gehalten. Das war kein religiöses Ereignis, sondern eines im Rahmen der religiösen Erwachsenenbildung, im Rahmen unserer Themenreihe „Texte des Glaubens – Praxis des Lebens“.

So hat sich, zunächst aus praktischen Gründen, in der Vorbereitung die Idee ergeben, den waldensischen und neuapostolischen in einer Veranstaltung zusammenzufassen.

Es wurde der feierlichste Abend der Themenreihe, nicht zuletzt durch den Versammlungsort, den Kirchenraum der Neuapostolischen Gemeinde Darmstadt-Nord.

Pfr. Diethard Mertens, ehemaliger Pastor in Rohrbach-Wembach-Hahn, war allerdings auch die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Seinem Charme, Spiritualität und Vortragskunst kann man nicht anders als erliegen.

Sein Vortrag zeichnete eindrucksvoll den Weg der waldensischen Bewegung durch 8 Jahrhunderte nach, von der bitteren Verfolgung durch Könige und (kath.) Kirche bis zur bewegenden Bitte um Verzeihung seitens des Papstes 1997 anlässlich des kirchlichen Zusammenschlusses der baptistischen, methodistischen, und waldensischen Kirchen in Italien.


Bild: Pfr. D. Mertens, © C.Marquardt
Unter dem Titel „Eschatologischer Glaube – Apostel und Wiederkunft Christi aus neuapostolischer Sicht“ erläuterte anschließend Dr. Reinhard Kiefer, Priester in der Neuapostolischen Kirche, die für die Lehraussagen der Neuapostolischen Kirche grundlegenden biblischen Aussagen sowie die Auswirkungen des Glaubens auf das Alltagsleben neuapostolischer Christen.


Bild: Dr. R. Kiefer, © C.Marquardt
Auch in Bezug auf die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war dieser Vortragsabend der Höhepunkt. Knapp 60 Personen wurden gezählt, davon immerhin ca. 20 Interessierte, die nicht zur gastgebenden Gemeinde gehörten.

So freut sich der Interreligiöse Arbeitskreis über diesen ersten und praktischen Schritt der Neuapostolischen Kirche in Darmstadt, aus der Isolation herauszutreten. Seitens der großen christlichen Kirchen liegt wohl auch eine Bringschuld vor, da sie mit ihrer Art des Umgangs mit der Neuapostolischen Kirche auch zu dieser Einigelung beigetragen haben.

Immerhin hat die Neuapostolische Kirche in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Aschaffenburg (und Memmingen) einen, wenn auch nicht unumstrittenen, Gaststatus. Der Interreligiöse Arbeitskreis wünscht der Neuapostolischen Kirche in Darmstadt diesen Status sobald als möglich. Ein erstes Gespräch mit dem Vorstand der ACK Darmstadt hat es immerhin schon gegeben.

(Johannes Borgetto, Mitarbeiter im Katholischen Dekanat und im Interreligiösen Arbeitskreis Darmstadt)

 
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